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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Tipps zur Anfertigung einer Diplom-, Master- oder ähnlichen Arbeit

Vorab gilt immer: Bei Fragen könnt Ihr Euch jederzeit an einen der Betreuer wenden.

Typische Gliederung

Die folgende Gliederung ist ein Vorschlag; natürlich können je nach Fall auch deutliche Abweichungen vonnöten sein. Besonders polieren sollte man – das aber erst ganz am Schluss, kurz vor Abgabe! – den Abstract, die Introduction und den Schlussteil.

Man beachte auch die Vorgaben des Fachbereichs. Hier werden, sobald wir etwas gefunden haben, Links folgen.

Eidesstattliche Erklärung

Die folgende Erklärung schlägt das Prüfungsamt vor:

\chapter*{Eidesstattliche Erkl"arung}
\addcontentsline{toc}{chapter}{Eidesstattliche Erkl"arung}

Die selbst"andige und eigenh"andige Ausfertigung versichert an Eides statt\\
Berlin, den \today

\vspace{4cm}

\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_
Unterschrift

Abstract

Kurze Zusammenfassung. Am besten erst ganz am Schluss schreiben, wenn der Rest schon (fast) fertig ist und man genau weiß, was man eigentlich zusammenfassen will. :)

Inhaltsverzeichnis

Klar. :)

Kapitel 1: Introduction

Auch bei der Introduction/Einleitung ist es vermutlich am einfachsten, wenn man sie erst später schreibt. Ist aber persönlicher Geschmack. Aufbau:

  • Worum geht's überhaupt?
  • Was ist das Problem?
  • Warum ist es ein Problem?
  • Warum ist es interessant, es zu lösen? – die Motivation ist besonders wichtig (Übrigens nicht nur in der Einleitung)
  • Wie haben wir es gelöst? (nur ganz grob umreißen)
  • Was erwartet den Leser in den restlichen Kapiteln?
    In chapter 2, I will provide background information for those readers who are not familiar with the concept of using semivariate hyperalgebrae for right-linear routing protocols. Chapter 3 will present an overview … blabla

Kapitel 2: Background

Hier kommen diverse Sachen rein, die für das Verständnis der eigenen Arbeit wichtig sind, die aber nicht unmittelbar mit der eigenen Arbeit zu tun haben, z.B.

  • Beschreibung der Software, die erweitert wurde (z.B. Bro)
  • Beschreibung, was andere schon gemacht haben (kann evtl. auch in ein eigenes Kapitel).

Kapitel 3: Wie bin ich an das Problem herangegangen?

z.B. Überblick über den Entwurf der eigenen Implementierung, falls nicht-trivial.

Falls man sich ausführliche Gedanken über Erweiterungen der eigenen Implementierung gemacht hat, für die man dann aber keine Zeit mehr hatte, dann darf man diese Gedanken auch ruhig ausbreiten und somit z.B. schonmal umreißen, auf was ein zukünftiger Entwickler dabei achten muss bzw. was vermutlich ein sinnvoller Ansatz wäre. Zusätzlich sollte im Ausblick (hier: Kapitel 7) nochmal kurz auf den entsprechenden Abschnitt verwiesen werden. Allgemeinere / unkonkretere "Diese-Erweiterung-wär-auch-noch-nett"-Aussagen sollten allerdings i.d.R. besser ausschließlich ins letzte Kapitel (hier: 7) fließen.

Kapitel 4: einfache Auswertungsergebnisse

Welche interessanten Daten hat meine Software ausgespuckt?

Kapitel 5: mehr Auswertungsergebnisse

s.o.

Kapitel 6: die interessantesten Auswertungsergebnisse

Spannungskurve

Kapitel 7: Conclusion and Outlook

Dieses Kapitel sollte logischerweise auch erst ganz am Schluss geschrieben werden. Beispiel:

In this work we presented an approach for …/ a system for …/ blabla. The system is designed (blabla, Zusammenfassung von Kapitel 3). Our results extended the works by (Kapitel 2) and revealed that … (Zusammenfassung von Kapiteln 4, 56).

Possible Extensions of (Kapitel 3) would be to support / Future work should address (Zeug, das mir beim Implementieren eingefallen ist, und/oder die ich nicht mehr implementiert gekriegt habe). Other interesting analyses, which would be beyond the scope of this diplom thesis, could investigate whether … (Sachen, die mir erst gegen Ende eingefallen sind, als kaum noch Zeit war, auch noch
das zu untersuchen, v.a. weil ich dann die halbe Software hätte umschreiben müssen).

Appendix

  • Grob gesagt kommen in die Appendixkapitel meist technische Details rein, die man selber erwähnt haben wollte, die der Betreuer aber nicht in einem der Hauptkapitel sehen mag. :)
  • Man kann evtl. auch weitere Background-Informationen reinpacken, mit denen man das Kapitel 2 nicht allzusehr aufblähen wollte.
  • Eine Bedienungsanleitung, Beispiel-Sitzung o.Ä. ist ebenfalls ein guter Kandidat für den Appendix.

Literaturverzeichnis

Optional

  • nur bei vielen Abbildungen: List of Figures
  • nur bei vielen Tabellen: List of Tables
  • Glossary
  • Index

Den Index immer ganz am Ende bringen; dort erwartet man ihn als Leser. Die Reihenfolge der anderen drei Einträge ist nicht so fix. Einige Leute bringen die Liste der Bilder und der Tabellen sogar ganz am Anfang, also direkt hinter dem Inhaltsverzeichnis.

Wenn man einen Index macht, dann sollte man ihn bitte nicht halbherzig umsetzen, sondern nach Möglichkeit bitte alle Vorkommen eines Schlüsselwortes aufführen. Oder, noch besser, alle relevanten; aber alle ist einfacher und immer noch deutlich besser als alle, bei denen mir eingefallen ist, dass ich ja eigentlich einen Index anlegen wollte. Tja, und das geht am besten, wenn man es gleich von Anfang an durchzieht — und das wiederum wird einem übrigens stark vereinfacht, wenn man dabei auf die Tipps unten im Abschnitt mit LaΤεΧ-Tipps (\indexify-Kommando) zurückgreift.

Feingliederung

Bevor man anfängt, richtig aufzuschreiben, sollte man sich eine Gliederung überlegen und diese mit dem Betreuer durchsprechen. Hierbei sollte man folgendes bedenken:

  • Wenn man Subsubsections braucht (also 5.2.1.7 in der Gliederung auftaucht), sollte man über eine andere Gliederung nachdenken.
  • Wenn es Kapitel 4, Absatz 4.1, Absatz 4.2, und Absätze 4.2.1 bis 4.2.19 gibt und sonst nichts mehr in Kapitel 4, sollte man über eine andere Gliederung nachdenken.
  • Wenn es Absatz x.1 gibt, dann muss es zumindest Absatz x.2 geben.
  • Wenn man das Gefühl hat, man bräuchte Absatz x.0, dann sollte man sich in Gedanken eine Notiz machen, alles, was man in x.0 reinschreiben will, in den Textteil zwischen x und x.1 reinzutun.
  • Zwischen zwei Überschriften muss immer Text stehen, auch wenn es nur ein Satz ist (s.u.).

Grundregeln für jedes Kapitel, jede Section, und die meisten Subsections

  • Zuerst eine Einleitung geben, worum's gleich gehen wird; dann erst loslegen.
  • Immer versuchen, den Text nach folgenden Regeln aufzubauen:

    • Was ist das Problem?
    • Warum ist es ein Problem?
    • Warum ist es interessant, es zu lösen (… und die Lösung in meiner Arbeit zu beschreiben …)? — Motivation ist immer wichtig

  • Überhaupt muss zwischen zwei Überschriften immer Text stehen, und wenn es nur ein einziger Satz ist, wie z.B. der in folgendem Beispiel fettgedruckte Satz:

    6.   Meine tollsten Ergebnisse
    In diesem Kapitel präsentiere ich nun meine allertollsten Ergebnisse.

    6.1   Der tollen Ergebnisse erster Teil

Rechtschreibung und Stil

  • Fußnoten sind schlecht, weil sie den Lesefluss stören. Wir sind keine Juristen. Quellenangaben schreiben wir normalerweise in den Text rein, nicht in Fußnoten.
  • Fußnoten sollte man nur für Details verwenden, die man am liebsten in Klammern setzen würde, die aber (a) zu lang sind für eine Klammer, oder (b) noch unwichtiger sind als eine Klammer, z.B. irgendwelche kleinen Spitzfindigkeiten, die man aber korrekterweise erwähnt haben will.
  • Vermeide Klammern. Sie machen Deinen Text schwach.
  • Vermeide Konjunktivformen, insbesondere im Englischen bei "can" und "will" (denn auch sie machen Deinen Text schwach), und setze forsch den Indikativ: Schreibe nie "our approach could improve the situation", wenn Du genausogut "our approach can improve the situation" schreiben kannst.
  • Absolute Aussagen ("die einzige Lösung für das Problem ist …") sind meist problematisch. Bist Du Dir wirklich sicher, dass es keine einzige Alternative gibt, und sei sie auch noch so wenig erforscht? Eben.
  • Eine automatische Rechtschreibprüfung (Spellchecker) ist was tolles, und es gibt auch Rechtschreibprüfprogramme, die mit LaΤεΧ funktionieren.
  • Falls Du auf Deutsch schreibst, hier drei sehr beliebte Fehler:

    • Es heißt Standard mit d hinten! (Die Standarte ist eine Fahne!)
    • Niemand schreibt Leber Wurst oder Spiegel Ei oder Bundes außen Minister oder Kraft fahr Zeug zu Lassung.
      Und genauso falsch sind die oft gesehenen Schreibweisen Routing Protokoll, Update Information, BGP Konvergenz Analyse. Im Deutschen schreibt man entweder gleich zusammen, oder man setzt zumindest einen Bindestrich!
    • Es heißt übrigens ohne d und nicht übrigends.
    • Voraus und voraussichtlich schreibt man nur mit einem r. Zum merken: Das Wort stammt von den Wörtern "vor" und "aus" ab: vor-aus (bzw. vor-aus-sichtlich).

  • Falls Du auf Englisch schreibst:

    • Vor und nach e.g. (deutsch: "zum Beispiel") und i.e. (deutsch: "das heißt") kommt immer ein Komma. Immer!
    • Kurzformen wie can't, doesn't, we'll usw. verwendet man nicht in der Schriftsprache. Schreibe stattdessen can not (oder auch cannot), does not, we will.
    • Verwende entweder britisches Englisch (colour, minimise, initialise, disc, grey usw.) oder amerikanisches Englisch (color, minimize, initialize, disk, gray usw.). Aber sei konsistent und mische sie nicht. Falls Du beide in ihrer Reinform als schlimm empfindest, dann flüchte Dich in kanadisches Englisch; das hat einige Elemente von beidem (z.B. colour, aber gleichzeitig Verben auf -ize).

  • Wo wir gerade bei Englisch und Deutsch sind: Im Englischen schreibt man "packet", im Deutschen schreibt man aber "Paket" ohne "c".
  • Überaus lange Sätze, welche viele Einschübe, Aufzählungen, Nebensätze — was ja auch recht beliebt ist — oder eine wie auch immer geartete deutlich erhöhte syntaktische Komplexität (vielleicht noch gepaart mit Klammern und Fremdwörtern) aufweisen, sollten insbesondere in englischem, teilweise aber auch in deutschem Text vermieden werden, da solche Bandwurmkonstrukte im Englischen sehr unüblich sind und umgekehrt auch deutsche Leser insbesondere bei hoher Schachtelungstiefe von am Anfang begonnenen und erst ganz am Ende geschlossenen bzw. im Nominalstil verfassten kommalosen Wortwüsten sehr leicht abgehängt und daher immer wieder zu einem erneuten Durchlesen des Satzes gezwungen werden.
  • Formuliere Deinen Text nicht so salopp wie wir auf dieser Webseite hier formuliert haben.

Grundregeln für Grafiken und Tabellen etc.

  • Wenn ich eine Grafik einbaue, muss ich im Text drauf verweisen und erklären, was man in der Grafik sieht.
  • Bevor ich erkläre, was man in einem Graphen sieht (Beispiel: "katastrophales Verhalten des Systems ohne meine Verbesserungen"), muss ich erklären, wie man in diesem Graphen überhaupt etwas sehen kann (Beispiel: die für uns interessanten Punkte liegen beim Nullpunkt; Ausreißerpunkte sind uns erstmal egal; große y-Werte sind gut für uns und kleine sind böse). Insbesondere wenn man nichttriviale Sachen plottet, z.B. den Logarithmus eines Verhältnisses gegen die kumulierte Häufigkeit oder so, muss man genau erklären, was da geplottet ist (und am besten auch, wieso in dieser hirnverdrehenden Form).
  • Wenn in einer Grafik irgendein Text, Symbole etc. drin sind, müssen sie in irgendeiner Form erklärt sein; entweder im Text, in der Legende, oder evtl. auch in der Bildunterschrift.
  • Bei Graphen gilt grundsätzlich:
    Alle Achsen müssen beschriftet sein; alle Achsen müssen eine Maßeinheit haben — ganz wichtige Grundregel!
  • Insbesondere Graphen sollte man auch dann noch lesen können, wenn die Arbeit auf einem Schwarzweißdrucker ausgedruckt wurde. Rote und grüne Linien werden beide grau … also lieber mit verschiedenen Strichelungen, Liniendicken, Punktarten usw. arbeiten und die Farben nur als zusätzliches Element i verwenden.

LaΤεΧ-Spezifisches

Wenn Du etwas anderes verwendest als LaΤεΧ, dann bist Du, vorsichtig ausgedrückt, erstens sehr mutig, und zweitens hat Deine Diplomarbeit dann gute Chancen, vom typographischen Gesichtspunkt aus schlecht auszusehen. You have been warned.

Du kannst auch unsere LaTeX-Vorlage (BZ2, 234,6 KB) benutzen.

Verhübschungen

  • \usepackage[bf,small]{caption}
  • \usepackage{url}, dann hat man den sehr praktischen Befehl \url{http://blabla.blub/xyz/}, welcher \texttt macht und gleichzeitig an Zeichen wie . und _ und / und - trennt, falls die Zeile zuende geht. Ist übrigens praktisch nicht nur für URLs, sondern z.B. auch für Dateipfade (\path{}), Konstantennamen, usw.
  • Bei Font-Spielereien:

    • Bitte statt Package pslatex oder times lieber das hier verwenden: \usepackage{mathptmx}
    • Bitte statt Package palatino das hier verwenden: \usepackage{mathpazo}

Arbeitsfluss optimieren

  • Verwende BibΤεΧ.
  • Mit \marginpar{blabla} kann man Randbemerkungen machen, z.B. hier noch mehr schreiben, ausformulieren oder evtl. woandershin verschieben usw.
  • Mit \newcommand kann man sich neue Kommandos definieren, die einem das Leben vereinfachen. Wenn es einem z.B. zu blöd ist, dass man immer sehr_langes_Wort\index{sehr_langes_Wort} schreiben muss, kann man sich auch ein Makro \newcommand{\indexify}[1]{\index{#1}#1} definieren, so dass man dann nur noch schreibt \indexify{sehr_langes_Wort}.
  • Ein Makefile kann einem auch viel Arbeit abnehmen.
  • Frag einfach mal am Lehrstuhl bei den Mitarbeitern nach Tipps rum.

Typographie (gilt natürlich auch für Nicht-LaΤεΧ-Benutzer!)

  • Gedankenstriche setzt man im Deutschen so: Wort1 -- Wort2, im Englischen so: Word1---Word2. Das sieht dann so aus: Wort1 – Wort2 (deutsch) bzw. Word1—Word2 (englisch).
  • Hingegen verwendet man sowohl im Englischen (selten) als auch im Deutschen bei Wortzusammensetzungen keine Gedankenstriche, sondern die normalen Bindestriche, also "-", z.B. in: steady-state model, BGP-Tabelle, Update-Sturm.
  • Abkürzungen setzt man entweder so: e.\,g., oder, wenn man faul ist, e.g., (ohne Leerraum), aber besser nicht e.~g., oder, noch schlimmer, e. g..
  • Das Wort Figure darf man abkürzen. Folgende Schreibweise angewöhnen: in Fig.~\ref{tollesbild} we see …. Die Tilde ist wichtig; ein Zeilenumbruch an der Stelle sieht doof aus.
    Im Englischen wird "figure/table" übrigens nur dann klein geschrieben, wenn es keine bestimmte Grafik/Tabelle ist, also z.B.: As we can examine in the second figure/table, nothing …. Falls man aber eine Grafik/Tabelle genauer bestimmt, schreibt man Sie im englischen groß, also z.B.: As shown in Figure/Table 6.14  … (und in diesem Fall darf man auch gerne Fig. schreiben)
  • Anführungszeichen im deutschen Text immer so setzen: "`blabla"', im englischen Text: ``blabla''. Beachte in beiden Fällen den Unterschied zwischen ` (Backtick) und ' (Apostroph)!
  • Vor einem Satzzeichen (z.B. Punkt, Ausrufezeichen, Doppelpunkt) steht nie ein Leerzeichen ! Der vorangehende Satz ist also typographisch genauso falsch wie dieser hier : es sind zuviele Leerzeichen drin . Einzige Ausnahme: vor einer öffnenden Klammer steht natürlich ein Leerzeichen.
    (D'ailleurs, en francais, c'est la typographie correcte … !)
  • Hinter einem Satzzeichen steht hingegen immer ein Leerzeichen (Ausnahme: Gedankenstriche im Englischen, s.o., sowie natürlich öffnende Klammern).
  • Falls Du Auslassungspunkte setzen möchtest (was man jedoch vermeiden sollte …), dann verwende bitte ~\dots, statt einfach drei Punkte zu schreiben. Das ist typographisch korrekter, weil dann die richtigen Leerräume verwendet werden.

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